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Das social Web wird offline aktiv - gegen ...

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networks.features.forum.topic.post.createdSince(am 12.05.2009 duration) am 12.05.2009 geschrieben

Hallo zusammen,

wie im Zeit-Artikel vom 10.05.09 sehr treffend beschrieben http://www.zeit.de/online/2009/20/netzsperren-kritik-verdrossenheit?page=all

Netzsperren: wie man eine Generation verliert



Im Internet gibt es viele Proteste gegen die geplanten Kinderpornosperren. Politiker haben für die Kritik nur Verachtung übrig. So verprellen sie ihre künftigen Wähler



geht es mehr um Wahlkampfpolitik als um wirkliches Interesse daran, Kinderpornografie aktiv zu elemenieren.

Jetzt und aus aktuellem Anlass finden dich über das Web 2.0 aktive User dazu berufen nicht nur zu reden, sondern auch offline aktiv zu werden.

Aus diesem Anlass heraus geht meine Frage an euch:

wie sehen die anwesenden Pädagogen die ePetition?
(zu zeichnen hier: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860 )

welche Grundhaltung sollten wir als (angehende) "Medien"- Pädagogen einnehmen?

wo seht ihr Gefahren oder Chancen?

und last but not least wie können wir auch DNA-Digital unterstützen, die sich als Digital-Natives und Digital Immigrants hier http://www.dnadigital.de/networks/blog/post.ulrikerenate:61 dazu äußern.

Eine pädagogische Sicht der Dinge könnte massiv dazu beitragen sinnlose Internetsperren zu vereiteln. Dazu seid ihr hier nun aufgerufen!

Viele Grüße, Melanie

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networks.features.forum.topic.post.createdSince(am 12.05.2009 duration) am 12.05.2009 geschrieben

Hier zunächst mal der Gesetzentwurf (PDF).

Besonders interessant auf der Teil "Begründung" weiter unten.

Die Angaben dort werden nicht mit Daten belegt, aber sie widersprechen z.B. dem Lego-Video:



Im Video sagt der Sprecher, die meisten Inhalte lägen auf Servern in den USA, Australien sowie dem russischen Raum. Er sagt außerdem, dass man mit diesen Staaten leicht die Abschaltung der Server aushandeln könne. - Kennt jemand Belege oder Daten hierzu?

Die Begründung im Gesetztentwurf behauptet das Gegenteil - dass die Server typischerweise in Ländern stehen, wo eine Strafverfolgung schwierig ist. Belege oder Daten bekannt?

Außerdem war mir nicht bewusst, dass solche Sperren offenbar in vielen Ländern bereits Usus sind - hat jemand damit Erfahrungen?

Insgesamt finde ich die bisherige Debatte nicht fundiert genug - es geht wohl kaum um eine simple Dichotomie zwischen Freiheit und Zensur. Für eine differenzierte Meinungsbildung würde ich mir mehr Datenmaterial in der Diskussion wünschen.

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networks.features.forum.topic.post.createdSince(am 12.05.2009 duration) am 12.05.2009 geschrieben

Hm.
In den letzten Wochen sehe ich mein Aufgabenfeld (hey, das mir immer noch sehr viel Freude bereitet!) stark erweitert.

Grundschüler neugierig auf Mündigkeit zu machen, bedeutet kurz und mittelfristig Medienkompetenzen zu vermitteln. Das funktioniert bisher eigentlich ganz gut.
Langfristig kommt seit ein paar Wochen hinzu, ihnen die Werkzeuge in die Hand zu geben, damit Schüler den geplanten Überwachungsstrudeln die Stirn bieten können, damit sie das Wichtigste, was man ihnen auf den Weg geben kann, formulieren lernen: Eine eigene Sichtweise.

Leck mich in der Tasche, das wird schwierig.

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networks.features.forum.topic.post.createdSince(am 12.05.2009 duration) am 12.05.2009 geschrieben

Inzwischen habe ich etwas mehr dazu gefunden, hier z.B. eine Aussage eines Verantwortlichen aus Schweden (wird im Gesetzentwurf als Präzendenzfall genannt). Leider wieder ohne Beleg.

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networks.features.forum.topic.post.createdSince(am 12.05.2009 duration) am 12.05.2009 geschrieben

Am 02. und 03.05.2009 war ich auf dem PolitCamp09 in Berlin. Thema: Das Web 2.0 trifft die Politik. Auf diesem überaus gelungenen Barcamp (über 600 angemeldete Teilnehmerinnen und Teilnehmer) wurde natürlich auch über die Netzsperren informiert und diskutiert.
Wer nicht live dabei war, kann sich hier per Videostream ein Bild von der Diskussion zum Thema Netzsperren machen:
http://make.tv/politcamp2009/show/21414
Die verwendete Powerpoint gibt es hier als pdf:
http://alvar.a-blast.org/Vortraege/Internet-Sperren-re-publica.pdf
Unter dem Titel "Täter verfolgen statt Seiten sperren" (übrigens auch meine Meinung) gibt es hier einen lesenswerten Artikel:
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/16/0,3672,7558608,00.html
Ansonsten kann ich nur dazu aufrufen die epetition mit zu unterzeichnen.
Viele Grüße!

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networks.features.forum.topic.post.createdSince(am 12.05.2009 duration) am 12.05.2009 geschrieben

"Andreas Kalt":


Insgesamt finde ich die bisherige Debatte nicht fundiert genug - es geht wohl kaum um eine simple Dichotomie zwischen Freiheit und Zensur. Für eine differenzierte Meinungsbildung würde ich mir mehr Datenmaterial in der Diskussion wünschen.



Guckst Du hier http://www.datenschutzbeauftragter-online.de/uberblick-zum-thema-netzsperren/

Gruß
Detlef

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networks.features.forum.topic.post.createdSince(am 12.05.2009 duration) am 12.05.2009 geschrieben

Hier ein knapper aber guter Beitrag von heute.de

http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/16/0,3672,7558608,00.html

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networks.features.forum.topic.post.createdSince(am 12.05.2009 duration) am 12.05.2009 geschrieben

@ Detlef

Super. Danke.

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networks.features.forum.topic.post.createdSince(am 13.05.2009 duration) am 13.05.2009 geschrieben

Doch, Detlef, ich denke schon, dass es (auch) um eine "Dichotomie zwischen Freiheit und Zensur" geht! Das Grundproblem dieser Diskussion ist ja offensichtlich: Es geht nicht nur um den Schutz vor Kinderpornographie, sondern a) um medienwirksame Politikinszenierung im Superwahljahr und b) um mehr Kontrollen und Restriktionen im (bislang relativ rechtsfreien Raum) Internet. Die Kinderporno-Sperren sind der Anfang, aber sicher nicht das Ende derartiger Maßnahmen: In Frankreich wurde gestern eine Web-Sperre für Raubkopierer beschlossen (siehe z.B. SpOn-Artikel), viele weitere Einsatzmöglichkeiten sind vorstellbar...

Insofern entspricht meine Grundhaltung als Medienpädagoge ziemlich genau der, die in der ePetition vertreten wird: Internetsperren können Probleme wie Kinderpornographie nicht wirklich lösen, sondern sie stellen eine Einschränkung des Grundrechtes auf Informationsfreiheit dar. Unbestreitbar ist, dass Kinderpornographie mit allen verfügbaren Mitteln bekämpft werden muss, aber eine Änderung des Telemediengesetzes, die die Sperre diverser Websites nach sich zieht, kann nicht der richtige Weg sein.

am 13.05.2009 von Björn Friedrich bearbeitet.

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networks.features.forum.topic.post.createdSince(am 13.05.2009 duration) am 13.05.2009 geschrieben

@Björn, die Aussage war von mir. Und ich stimme Dir inzwischen zu - mein Beitrag stand am Anfang meiner gestrigen Suche nach Hintergrundinformation. Nach zwei Stunden lesen in verschiedenen Quellen komme ich auch zu dem Schluss, dass die Politik wohl kein ernsthaftes Interesse an einer nachhaltigen Lösung hat oder nicht die Energie in die Sache stecken möchte, die nötig ist, um das wirklich zu durchdringen und anzugehen.

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