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Gehirngerechte Schulstunde - das Wiener Unterrichtsmodell

Beitrag verlinken am 24.11.2008 geschrieben
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Ein sicherer Platz in der PÄDA. HALL OF FAME gehört Professor Giselher Guttmann, dem Leiter der Abeilung praktische und experimentelle Psychologie an der Universität Wien. Wo Freud´s Couch steht, untersucht Guttmann seit vielen Jahren mit komplexen EEG-Techniken die menschlichen Gehirnwellenmuster, analysierte Rasseltrancen ebenso wie Einfllüsse von Mind Machines. Guttmann entwickelte ein spezielles Trainingsprogramm für Spitzensportler, die in Wettkampfsituationen regelmässig versagen, die gefürchteten Trainingsweltmeister. Interessiert an den Möglichkeiten cerebraler Leistungssteigerung, übertrug er seine Erkenntnisse aus dem Spitzensport auch auf das Lernen.

So entstand ein gehirngerechtes Unterrichtsmodell, das mehrere tausend österreichische Schulkinder (trotz Wiederstände der Kultusbürokratie) wieder mit dem Lernen versöhnte. Seit kurzem lernen auch in Lichtenstein 8 Schulklassen unter Laborbedingungen mit diesem Modell, in enger Zusammenarbeit mit Professor Guttmann, dem Schulamt Lichtenstein und den beteiligten Lehrern.

In der optimalen Schulstunde stellt der Lehrer zunächst den aktuellen Stoff in einer kurzen Übersicht vor, Zeit für die Klasse, sich vorzubereiten und mental einzutunen. Die darauffolgende Entspannungsübung versetzt die Schüler in einen Zustand erhöhter Leistungsbereitschaft und dient der geistig/körperlichen Aktivierung.

Danach wird der Lernstoff in knappen Schlagzeilen präsentiert, den sogenannten Kerninformationen (möglichst mit optischer und akustischer Unterstützung). Der nächste Schritt führt in ein weit entferntes Wissensgebiet, um die Verarbeitung der Kerninfos nicht zu stören.

Danach kommt die erste Wiederholung der Kerninformationen in thematisch leicht modifizierter Form. Es schließt sich ein weiterer Ausflug an, abschließend die zweite Wiederholung der Kerninformationen.

Das Wiener Unterichtsmodell:

1. Einführung 5 Min.
2. Entspannung 5 Min.
3. Kerninformation 5 Min.
4. Intervall 1 5 Min.
5. Wiederholung 1 5 Min.
6. Intervall 2 10 Min.
7. Wiederholung 2 10 Min.

Mehr darüber in dem Artikel “Lernen durch Selbstkontrolle” von Ernst Bauer
http://didaktik-on.net/cgi-bin/didaktik.cgi?id=0000002a

oder in den beliebten Wrner Stangls-Arfbeitsblättern
http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/INTERNET/arbeitsblaetterord/LERNTECHNIKORD/Aktivierung2.html
Beitrag wurde am 26.11.2008 vom Verfasser bearbeitet
Beitrag verlinken am 25.11.2008 geschrieben
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oh man...wo waren nur die ganzen innovativen Ideen, als ich zur Schule gegangen bin?!

Auf den ersten Blick klingt LuS sehr interessant. Das Problem im richtigen Moment, die richtige Leistung abrufen zu können, betrifft viele Schüler/Studenten/ ach....einfach jeden. Es gibt recht wenige Leute die immer und zu jeder Zeit auf Knopfdruck funktionieren können. Ich kann mir auch vorstellen, dass "anspannen" und "entspannen" im richtigen Wechsel zu gewünschten Erfolgen führen kann.

Mein Problem an dem Konzept ist, dass den Schülern die Möglichkeit genommen wird eigene Gedanken zu formulieren. Soweit ich es verstanden habe, trägt der Lehrer Informationen zu einem Thema im Rahmen von 5-10 Minuten vor. Im besten Fall ist es ein interessantes Thema, dass die Schüler ganz von selbst zur Mitarbeit anregt. Vielleicht entsteht sogar eine Diskussion, etc. Und dann? Zwingt man die Schüler nach den geplanten 10 Minuten aufzuhören, weil die Ruhephase eingehalten werden muss? Bietet dieses Model genug Flexibilität für den Unterrichtsalltag? *Fragen über Fragen*
Beitrag verlinken am 25.11.2008 geschrieben
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das modell wurde in österreich und lichtenstein ausgiebig in der praxis mit vielen tausend schülern getestet und war zum teil (verglichen mit den normalen klassen zu erfolgreich, so in österreich). generell zu den verschiedenen tools und techniken: je mehr man zur verfügung hat, desto situationsspezifisdher und souveräner kann man reagieren. kenn ich nur ein werkzeug, droht eine verengung, sprich:

wenn das einziges werkzeug ein hammer ist, sieht alles aus wie ein nagel!
Beitrag verlinken am 27.11.2008 geschrieben
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Verstehe ich das richtig, dass hier aber die ganze Klasse wieder "im Gleichschritt" arbeiten muss? Man kommt in der Schule nur schwer aus dieser Klemme raus, aber ich denke, dass die Berücksichtigung der Individuellen Lernwege ein K.O. Kriterium "neuer" Methoden sein sollte.
Beitrag verlinken am 27.11.2008 geschrieben
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ko - kriterium, warum? arten- und methodenvielfalt - warum nicht?

einzigartig an dieser methode sind die wissenschaftlich fundierteb gehrngerechten element, die abwechselnden konzentrations- und ruhephasen ohne redundante information als störende cerebrale interferenz (welche die verankerung in das langzeitgedächtnis stört) und die konzentrationsphase zu beginn, die für entspannte aufmerkamkeit sorgt.

ist heute diese form kontemplative konzentration im unterricht nicht unterrepräsentiert? entspannung, aus der dann wieder anspannung (ohne hektik) erwächst?

bei meinem besuch bei den chaospiloten in aarhus, die von der unesco anfang der neunziger als das interessanteste schulprojekt ausgezeichnet wurden, standen tai chi und meditation ebenso selbstverständlich auf dem unterrichtsplan, wie macs in den klassenzimmern. und das zu einer zeit, als wir die kisten nur aus wired kannten ...

persönliches fazit: es ist nicht die software, es sind nicht einzelne elemente, am ende des (schul)tages bleiben zwei immer übrig: lehrer und schüler. und wenn der lehrer klasse ist, dann sind die schüler feuer und flamme, egal ob er das feuer mit feuersteinen, feuerzeug oder laser entfacht. die methode ist sekundär, die persönlichkeit zählt und die energie.

bei aller web 2.0 euphorie sollten wir unseren focus nicht unnötig verengen. sonst verlieren wir 60 prozent unserer mitmenschen und -schüler auf dem weg ... und wohin dann eigentlich?

deswegen die PÄD. HALL OF FAME. sokrates, konfuzius, buddha und wie sie alle hiessen - großartige lehrer! die welt fängt nicht mit elvis an ....
Beitrag verlinken am 03.02.2009 geschrieben
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Wenn ich die Hirnforschung richtig verstanden habe, ist es vor allem konstruiertes Wissen, dass Nachhaltigkeit verspricht und eben nicht das instruktive Bescheidwissen. Nichts gegen Stilleübungen. Ich habe Klassen in Religion, die fordern diese sogar ein, nachdem sie sie erst einmal kennen gelernt haben.

Das hier vorgestellte Modell beinhaltet für mich allerdings zu viele Elemente, die den Lehrer ins Zentrum stellen und nicht das nachhaltige, anwendungsorientierte Lernen der Schülerinnen und Schüler.

Ich stelle mir vor, ich würde ein Jahr lang eine Lerngruppe mit diesem Modell unterrichten. Die dadurch entstehende Monotonie will ich mir gar nicht vorstellen.
Beitrag verlinken am 04.02.2009 geschrieben
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Lutz Berger:


persönliches fazit: es ist nicht die software, es sind nicht einzelne elemente, am ende des (schul)tages bleiben zwei immer übrig: lehrer und schüler. und wenn der lehrer klasse ist, dann sind die schüler feuer und flamme, egal ob er das feuer mit feuersteinen, feuerzeug oder laser entfacht. die methode ist sekundär, die persönlichkeit zählt und die energie.

bei aller web 2.0 euphorie sollten wir unseren focus nicht unnötig verengen. sonst verlieren wir 60 prozent unserer mitmenschen und -schüler auf dem weg ... und wohin dann eigentlich?

deswegen die PÄD. HALL OF FAME. sokrates, konfuzius, buddha und wie sie alle hiessen - großartige lehrer! die welt fängt nicht mit elvis an ....


Das wäre ein schönes Thema auf dem Educamp!
Die beste Methode kann nur so gut funktionieren, wie die ausführende Persönlichkeit sie vermittelt / vermitteln kann...

Deswegen funktioniert Kommunikation häufig nicht, obwohl die Theorie dahinter präsent ist (zB. im pädagogischen Feld), deswegen vielleicht auch die "neuen" Erkenntnisse bei LdL, obwohl JPM kein Geheimnis aus dem Menschenbild gemacht hat...

Die verschiedenen Aspekte von Persönlichkeit sind nicht das unwichtigste Thema im Zusammenhang mit Bildung...
Beitrag wurde am 04.02.2009 vom Verfasser bearbeitet
Beitrag verlinken am 04.02.2009 geschrieben
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thorsten schreibt: "...Ich stelle mir vor, ich würde ein Jahr lang eine Lerngruppe mit diesem Modell unterrichten. Die dadurch entstehende Monotonie will ich mir gar nicht vorstellen."

ich mir auch nicht. denn seit der quantenmechanik wissen wir: es ist kein entweder/oder, sondern ein sowohl/als auch. also möglichst so zu handeln (und lehren), daß eine maximale anzahl von handlungsoptionen daraus hervorgeht. biologisch: artenvielfalt, lasst 1000 blumen blühen. denn wenn dein einziges wrrkzeug ein hammer ist, sieht alles aus wie ein nagel.

wer will schon täglich kaviar?
Beitrag verlinken am 04.02.2009 geschrieben
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Fast hätte ich geschrieben, dass ich auf Kaviar noch nie mochte. Das wäre in diesem Zusammenhang aber missverständlich In Sachen Methodenvielfalt gebe ich Ihnen Recht. Das ist es übrigens, was ich an LdL so vielversprechend finde: Es ist eine Art Metamethode, in der die Methodenvielfalt selbst erhalten bleibt.
Beitrag verlinken am 04.02.2009 geschrieben
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Torsten Larbig:

Fast hätte ich geschrieben, dass ich auf Kaviar noch nie mochte. Das wäre in diesem Zusammenhang aber missverständlich In Sachen Methodenvielfalt gebe ich Ihnen Recht. Das ist es übrigens, was ich an LdL so vielversprechend finde: Es ist eine Art Metamethode, in der die Methodenvielfalt selbst erhalten bleibt.


Ich sehe LdL auch als eine Art Metamethode. Allerdings kann ich (noch) nicht einschätzen, wie das in der Umsetzung funktionieren kann - mit LdL als Methode bei buntem Inhalt... - aber da kommen ja bald mehr und mehr Erfahrungsberichte der aktiven Lehrenden

Wo wir schonmal hier bei dem gehirn-gerechten Lernen und LdL sind (...):
Was ich nicht wirklich verstehe und noch nie verstanden habe, ist dass vieles bekannt ist, z.b. wie Lernen effektiv praktiziert wird, dass es zunächst wichtig ist das Lernen zu lernen... usw. usf. - es aber so wenig praktiziert/umgesetzt wird. Weder im Unterricht, noch in der Lehrerausbildung. Schon komisch.... Habe ich da in der Schule nicht aufgepasst, als der Part dran kam: Wir wissen es zwar besser, aber....?
Beitrag wurde am 04.02.2009 vom Verfasser bearbeitet
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