Hallo Herbert,
meine Erfahrung in der Bildungsarbeit mit Risikogruppen ist, dass neben der Wissensvermittlung im Fachunterricht auch immer wieder ein Bereich eingerichtet werden sollte, der "wissensentlastet" ist.
Das ist am Anfang für viele Lehrende und Lernende ungewohnt, aber hier können wichtige fachübergreifende Fähigkeiten besonders gut gestärkt werden.
Eine Schlüsselfähigkeit, an der wir mit guten Ergebnissen ansetzen, ist die Förderung der moralischen Urteils- und Diskursfähigkeit, welche für die Erledigung vieler Lebensaufgaben von Bedeutung ist.
Bei solchen Lernprozessen kommt es darauf an, dass das Lehrerhandeln sich konsequent an einigen didaktischen Prinzipien orientiert. Eines hatte ich bereits erwähnt: die Affektregulation im Sinne von Yerkes/Dodson. Ein anderes ist das Prinzip der "freien Diskursgemeinschaft" (Habermas), das moralisch-demokratisches Erleben "aus erster Hand" ermöglicht.
Wenn der Unterricht damit auf die interaktive "Lösung" edukativer Aufgaben durch die Klasse ausgerichtet wird (konstruktivistischer Aspekt), wird für alle erfahrbar, das Lehren und Lernen "von innen heraus" geschieht und nicht etwa duch das Eintrichtern von Fremdstoffen. Wir selbst bedienen uns hierbei moralischer Dilemmas, für deren verantwortlichen Einsatz im Unterricht es aber einer guten Ausbildung bedarf.
Die Schüler/innen danken solche positiven "wissensentlasteten" Lernerfahrungen auf vielen Ebenen. Wenn es damit gelingt, sich immer mehr vom "Bulimie-Lernen" zu entfernen, hat das sehr gute Auswirkungen u.a. auf das Sozialverhalten und den Fachunterricht.
Beste Grüße, Matthias.
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Ich verfolge mit Interesse diese Gedanken.
"Lehrer/innen besser darin auszubilden, Ihre Schüler/innen auch gefühlsmäßig zu erreichen, ist eine lohnende Aufgabe. M.E. erfordert es vorgängig, dass kompetente Lehrpersonen ihre eigenen Gefühle regulieren (können), um für sich ein "optimales Lehrfenster" zu öffnen und es möglichst lange offen zu halten."
- Schülern und Studenten sage ich von Anfang an, dass mein Ziel darin besteht, sie in der Lage zu versetzen, "glücklicher" zu werden. Darunter verstehe ich, dass ich ihnen "kognitive" Instrument in die Hand gebe, die ihnen ermöglichen, sich und die anderen besser zu verstehen und "in den Griff" zu bekommen (siehe: http://jeanpol.wordpress.com/theorie-menschenbild-in-3-folien-und-drei-filmchen/ ).
Und bisher (in den letzten 25 Jahren) fanden alle (sowohl Schüler als auch Studenten und Kollegen) diese kognitiven Instrumente sehr hilfreich, weil leicht zu benutzen. Und mit meinen Instrumenten kann man alles deuten (z.B. die Geschichte der Menschheit: vgl: http://de.wikiversity.org/wiki/Benutzer:Jeanpol/Europa ).
Jean-Pol Martin
"Lehrer/innen besser darin auszubilden, Ihre Schüler/innen auch gefühlsmäßig zu erreichen, ist eine lohnende Aufgabe. M.E. erfordert es vorgängig, dass kompetente Lehrpersonen ihre eigenen Gefühle regulieren (können), um für sich ein "optimales Lehrfenster" zu öffnen und es möglichst lange offen zu halten."
- Schülern und Studenten sage ich von Anfang an, dass mein Ziel darin besteht, sie in der Lage zu versetzen, "glücklicher" zu werden. Darunter verstehe ich, dass ich ihnen "kognitive" Instrument in die Hand gebe, die ihnen ermöglichen, sich und die anderen besser zu verstehen und "in den Griff" zu bekommen (siehe: http://jeanpol.wordpress.com/theorie-menschenbild-in-3-folien-und-drei-filmchen/ ).
Und bisher (in den letzten 25 Jahren) fanden alle (sowohl Schüler als auch Studenten und Kollegen) diese kognitiven Instrumente sehr hilfreich, weil leicht zu benutzen. Und mit meinen Instrumenten kann man alles deuten (z.B. die Geschichte der Menschheit: vgl: http://de.wikiversity.org/wiki/Benutzer:Jeanpol/Europa ).
Jean-Pol Martin
Hallo Jean-Pol,
ich habe mich auf den Seiten umgesehen, auf die Du mit den beiden Links verwiesen hast. Herzlichen Dank!
Siehst Du eine Parallelität zwischen Maslows Bedürfnispyramide und Kohlbergs Perspektiven (Stufen) des moralischen Urteilens und Diskutierens?
Beste Grüße aus dem frisch verschneiten Berlin,
Matthias.
ich habe mich auf den Seiten umgesehen, auf die Du mit den beiden Links verwiesen hast. Herzlichen Dank!
Siehst Du eine Parallelität zwischen Maslows Bedürfnispyramide und Kohlbergs Perspektiven (Stufen) des moralischen Urteilens und Diskutierens?
Beste Grüße aus dem frisch verschneiten Berlin,
Matthias.
Matthias Scharlipp:
Hallo Jean-Pol,
ich habe mich auf den Seiten umgesehen, auf die Du mit den beiden Links verwiesen hast. Herzlichen Dank!
Siehst Du eine Parallelität zwischen Maslows Bedürfnispyramide und Kohlbergs Perspektiven (Stufen) des moralischen Urteilens und Diskutierens?
Beste Grüße aus dem frisch verschneiten Berlin,
Matthias.
Hallo Jean-Pol,
ich habe mich auf den Seiten umgesehen, auf die Du mit den beiden Links verwiesen hast. Herzlichen Dank!
Siehst Du eine Parallelität zwischen Maslows Bedürfnispyramide und Kohlbergs Perspektiven (Stufen) des moralischen Urteilens und Diskutierens?
Beste Grüße aus dem frisch verschneiten Berlin,
Matthias.
Schön, dass du reingeschaust hast. Eine Parallelität sehe ich nicht unbedingt zwischen Maslow und Kohlberg, aber die kann man bestimmt herstellen. Allerdings weiß ich nicht, ob Kohlbergs Stufen als Instrument für die unmittelbare Operationalisierung sehr nützlich sind. Wahrscheinlich kommt es auf die Zielgruppe an. Für das Verständnis meiner Klientel (Schüler und Studenten) ist Kohlberg nicht so bedeutsam (glaube ich).
Liebe Grüße
JPM
Beitrag wurde am 16.02.2009 vom Verfasser bearbeitet
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