Wirklich? Ist das so?
Ich wusste nicht welche Überschrift ich wählen sollte, Amoklauf, Gewalt an Schulen?
Wie gestern über Twitter schon in 140 Zeichen klar gemacht wurde: Jetzt haben wir wieder ein paar Wochen das Thema medial ausgeschlachtet und das wars dann auch schon!
Zurück bleiben Eltern, Kinder, Lehrer - zurück bleibt eine Gesellschaft, die nicht weiß, wie sie mit den Problemen klar kommen kann... Deutschland ist nach den USA das Land, wo die meisten Amokläufe stattfinden - bzw. nicht stattfinden, da sie vorher verhindert werden. Aufgrund von "Gesellschaft ruhig halten", lesen wir das nicht in der Presse. Ich habe es durch Zufall gestern beim Deutschlandfunk von einem Polizeipsychologen gehört.
Ich schreibe gerade etwas emotional, weil ich hoffe, dass allen hier klar ist, dass nicht der Staat wieder alles lösen wird und kann, sondern das an den Stellen etwas getan werden muss, wo man etwas tun kann. Zum Beispiel in der Schule! Es geht nicht darum wer Schuld hat - es geht darum etwas zu tun!
Jeder an der Stelle wo er/sie kann, als Eltern, als Lehrer, als Freund, als Ausbilder, als Verkäuferin...
Ich arbeite seit Jahren auch mit diesem Thema u.a. an Schulen.
Gewalt findet überall und ständig statt - doch ab wann ist Gewalt Gewalt?
Wie ist es in den Schulen? An welchen Stellen findet dort Gewalt statt? Nur bei den Schülern?
Der Polizeipsychologe (Name leider vergessen) sprach davon, dass es in Schulen Kompetenzteams zu diesem Thema geben müsse.
Ein guter Plan, der jedoch darauf hinauslaufen wird, dass einige wenige eine theoretische Fortbildung zum Thema machen werden und dann die Beauftragten sind (theoretische natürlich!, als Alibi) und sowohl die Lernenden, also auch die Lehrenden wieder allein in der Klasse stehen, mit überfüllten Räumen und Themen, die sie nicht bearbeiten können, weil die Kompetenz fehlt....
Wir kennen das schon mit der Kommunikation: Alle kennen verschieden Kommunikationsmodelle aus Fortbildungen (Schulbereich) und trotzdem will die Kommunikation nicht so richtig funktionieren. Und auch hier wieder: Schuld und nicht Kompetent sind natürlich wieder mal die Anderen...
Sollte ich jemandem zu nahe getreten sein, so bitte ich dies zu entschuldigen. Wir (Kollegen und Ich) hören immer wieder, dass die Fortbildungen gebraucht werden - aber erschreckend wenige sind bereit Fortbildungen zu bezahlen. Wieder die Anderen... Der Statt wirds schon richten ...
Ich bin gerade sehr emotional da dran, da ich einfach nicht erkennen kann, dass wirkliches Interesse an (gesellschaftlichen) Lösungen da ist und ich mir wünsche, dass auch die Lehrerschaft hier an dieser Stelle nicht abwartet bis die Schulämter reagieren, sondern selbst etwas tut... sich kümmert... sich fortbildet... sich den Themen stellt... sich den eigenen Prozessen der Persönlichkeitsentwicklung öffnet! Manche können intuitiv damit umgehen, andere blenden aus - Ich möchte Profis an den Schulen, die meine Tochter fürs Leben ausbilden! Deswegen auch lesen, rechnen, schreiben als Thema - mir als Eltern reicht das nicht aus!
Es geht in den Schulen um mehr, um viel mehr!! Und das wird leider nur am Rande in der Lehrerausbildung behandelt... Schade eigentlich!
Wie kann man mit diesen Themen umgehen? Was meint ihr, was sind eure Anliegen, eure Erfahrungen im Alltag? Wann stoßt ihr an eure Grenzen? Wann und in welchen Situationen wisst ihr euch auch nicht mehr zu helfen und wendet Gewalt an? Wann fängt Gewalt an?
PS:
Da sind wir meiner Meinung nach bei den Kompetenzen aus dem Leben1.0, die meiner Meinung nach die Basis für 2.0 Kompetenz ist. Dann brauchen wir nämlich keine Knigges mehr... Knigge ist schon lange durch... seit 1.0 - Denn seit 1.0 ist allen klar:
Wertschätzung, Respekt, Anerkennung, gewaltfrei usw. usf. sind die Basics menschlichen Miteinanders. Wer würde da noch "Benimmregeln" für das Web 2.0 brauchen?
Beitrag wurde am 12.03.2009 vom Verfasser bearbeitet







